Über diese Seite
Du willst China sehen. Das chinesische Internet lässt dich nicht rein. Ich gehe rein und hole dir fremde Augen heraus.
Warum „With My Eyes“?
Der Name verbeugt sich vor Liu Cixins Kurzgeschichte „With Her Eyes“ (带上她的眼睛) vom Autor von „The Three-Body Problem“ — eine Reisende trägt ein geliehenes Augenpaar mit sich, damit jemand in der Ferne die Welt sehen kann. Wir haben ein Wort geändert. Und klargestellt: Die Augen sind nicht meine. Die Augen der finnischen Familie sind ihre; die POV vom Plankenweg gehört dem Typen am Berg Hua. Ich bin nur Augen-Zwischenhändler — ich sammle sie an Orten, an die du nicht kommst, prüfe die Ware und stelle sie ins Regal. Das „my“ im Namen ist das „meine“ eines Straßenhändlers: „Nimm meine Augen“ heißt „nimm meine Ware“.
Was zwischen dir und der Welt steht
Einen Ort sehen zu wollen war nie schwieriger als heute — nicht aus Mangel an Information, sondern weil es zu viel, zu falsche, zu laute davon gibt. Suchmaschinen servieren Jahrzehnte alte Reiseführer und bezahlte Listen. Social Feeds zeigen nur, was der Algorithmus sehen lassen will. KI erzeugt heute zehntausend „Authentische Erlebnisberichte“ am Tag. Und die Mauern enden nicht bei Sprache und Plattformen — der Algorithmus ist auch eine Mauer. Dahinter: eine Flut von Videos, die kein Mensch allein sichten könnte.
Selbst wenn du jede Mauer überkletterst, hielten dich noch zwei Dinge auf: Geld und Nerven. Flüge sind nicht billig. Visa fühlen sich wie ein Lotteriespiel an. Die fremde Sprache, die Gerüchte übers Bezahlen, die leise Frage — ist es dort sicher? Neugier und Angst wachsen gemeinsam auf. Wie das Mädchen im Erdkern: Es war nicht so, dass sie nicht sehen wollte. Sie kam nicht raus. Sehen wollen durch dicke Gesteinsschichten — das ist die ganz normale menschliche Lage.
Deshalb macht diese Seite genau ein einfaches Ding: Sie ist Zuträger. Ich lebe auf dieser Seite der Mauern. Ich klettere für dich rüber, überbiete die Algorithmen und ziehe die paar Augenpaare aus der Flut, die deine Zeit wirklich wert sind — die der finnischen Familie, des Bus-Typen, des Kerls auf dem Plankenweg — geprüft, gesichtet, einsortiert. Und wenn Geldbeutel und Nerven endlich bereit sind, geh es selbst ansehen. Bis dahin: Leihe ein paar Augen. Sieh es von dort aus, wo du bist.
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Erst ein paar Augen leihen?
Sieh das echte China durch den Bildschirm — und wenn du es schließlich hierher schaffst, werden die Wege noch da sein.
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